- Gemeinsam mehr erreichen - MUT-Mümmelmannsberg – ein sozialraumorientiertes Netzwerk
 - Gemeinsam mehr erreichen -MUT-Mümmelmannsberg – ein sozialraumorientiertes Netzwerk  

Familienunterstützung

Im Rahmen der Familienunterstützung steht Eltern und ihren Kindern zwischen 0 – 18 Jahren ein differenziertes Hilfsangebot im Vorfeld von Hilfen zur Erziehung zur Verfügung. Ziele der Familienunterstützung sind die Stärkung der Erziehungskompetenzen der Eltern und die Sicherung des Kindeswohls.
MUT bietet entsprechend dem Unterstützungsbedarf:


    •    Offene Beratung
    •    Sozialberatung
    •    Diagnostik
    •    Krisenintervention
    •    Psycho-Soziale Begleitung

 

Die Offene Beratung kann unverbindlich in Anspruch genommen werden, alle weiteren Angebote benötigen die Vereinbarung verbindlicher Termine. Bestandteil der Angebote ist die kontinuierliche Netzwerkarbeit des Familienlotsen mit den Einrichtungen in Mümmelmannsberg, um langfristig das Wohl der Kinder zu schützen.

 

Offene Beratung
In den Räumen von MUT-Mümmelmannsberg wird ein wöchentlicher offener Beratungstermin angeboten (mittwochs zwischen 15.00 – 17:00 Uhr).

Eltern erhalten Beratung in Erziehungsfragen und werden in allen weiteren Themenbereichen an adäquate

Einrichtungen/Institutionen verwiesen.

 

Sozialberatung
Eltern erhalten eine kontinuierliche Unterstützung zur Regelung von Behördenangelegenheiten. Des Weiteren werden sie an geeignete Einrichtungen/Institutionen verwiesen.

 

Diagnostik
Im Rahmen einer Diagnostik werden die Problemlagen/Bedarfe der Eltern und ihrer Kinder ermittelt. Die Ergebnisse werden mit den Eltern, den Kolleg_innen der meldenden Einrichtungen/Institutionen besprochen und dem Sozialraumteam vorgestellt.

Der Familienlotse formuliert Handlungsempfehlungen, die die Sicherung des Kindeswohls gewährleisten. Die Dauer einer Diagnostik beläuft sich auf bis zu 2 Monate.

 

Krisenintervention
Im Zentrum der Tätigkeit des Familienlotsen steht die Stärkung der Erziehungskompetenzen der Eltern.

Die Mobilisierung ihrer sozialen Kompetenzen soll die Eltern wieder in die Lage versetzen, ihre Angelegenheiten eigenverantwortlich bewältigen zu können.

Die (Re-) Aktivierung der Empathiefähigkeit der Eltern, die Grundlage sich in die Situation der Kinder versetzen zu können,

und die Vermittlung von Erziehungstipps befähigt die Eltern dazu, ihre Kinder gewaltfrei zu erziehen, und individuell zu fördern. Die Absicherung der schulischen Laufbahnen ihrer Kinder geht hiermit einher.

Die Kinder erhalten ebenso eine individuelle Unterstützung.

Durch den Kontakt mit dem Familienlotsen haben sie die Möglichkeit, ihre Bedürfnisse oder Ängste zu formulieren. Entsprechend ihrer Bedarfe werden sie unterstützt, z.B. in der Freizeitgestaltung, Integration in Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit etc.. Im Rahmen von Familiengesprächen werden die familiären Regeln, Aufgaben, Verpflichtungen besprochen und – entsprechend dem Alter – den Fähigkeiten der Kinder angepasst.

Die Förderung ihrer (Selbst-) Empathiefähigkeit und der sozialen Kompetenzen stabilisiert ihr Selbstbewusstsein, und versetzt sie in die Lage, Konflikte zu bewältigen und ihre Aufgaben selbstständiger zu erledigen.

Eltern und Kinder werden bei Bedarf an spezialisierte Einrichtungen oder Beratungsstellen verwiesen. Eine Krisenintervention beläuft sich durchschnittlich auf 6 Monate. Weiterführende Maßnahmen werden angedacht, wenn die gesetzten Ziele aufgrund der vorliegenden Problemfelder der Familie in dem gesetzten zeitlichen Rahmen nicht erreicht werden können.

Hier steht der Schutz des Wohls des Kindes im Vordergrund.

 

Psycho-Soziale Begleitung (PSB)
Die Ziele entsprechen den Zielen/Aufgaben der Unterstützung im Rahmen der Krisenintervention.

Die „PSB“ entstand aus der Erfahrung, dass in vielen Familien eine Veränderung der Verhaltensweisen der Eltern und Kinder aufgrund von psychischen Belastungen bis hin zu einer Traumatisierung innerhalb einer Krisenintervention nicht erreicht

werden konnte.

Zudem war festzustellen, dass die Eltern beim Erreichen von gesetzten Zielen nicht mitwirken konnten, bzw. es sich nicht zutrauten, eine weiterführende Maßnahme zu beantragen.

Somit fiel dieser Personenkreis oftmals aus dem Hilfesystem heraus.

Für die Kinder bedeutete dieses, dass sie jahrelang keine adäquaten Bedingungen für eine positive Entwicklung/Versorgung hatten, sondern in chaotischen Alltagsstrukturen mit den psychischen Erkrankungen ihrer Eltern konfrontiert wurden, und sich überfordert fühlten. Hier soll die „PSB“ konkret an setzen. Die Dauer einer Unterstützung im Rahmen einer Psycho-Sozialen Begleitung kann gegenüber einer Krisenintervention abweichen, da die Familien im Einzelfall eine längerfristige Unterstützung erhalten können.

 

Methode
Die Unterstützung und Betreuung der Eltern und ihrer Kinder erfolgt entsprechend dem Bedarf nach folgenden

Prinzipien /Arbeitsansätzen:

 

Transparent und verbindlich
Die Zusammenarbeit des Familienlotsen mit den Eltern wird transparent und verbindlich gestaltet. D.h. mit den Familien und der meldenden Stelle (ASD, Einrichtungen) werden gemeinsam Ziele festgelegt. Diese werden operationalisiert und den Eltern und/oder dem Familienlotsen konkrete Aufgaben und Arbeitsschritte verbindlich übertragen. Die Ergebnisse werden in den folgenden Gesprächen kontinuierlich reflektiert.

Akzeptierend und klientenzentriert
Die Eltern werden als handelnde Subjekte verstanden, die im Grunde ihre Problemfelder und deren Lösungen kennen. Deshalb korrespondieren hier der „akzeptierende Arbeitsansatz“ mit einer in Anlehnung an Rogers entwickelten „klientenzentrierten Gesprächsführung“.

Nachgehend und aufsuchend
Bei Familien, die Schwierigkeiten haben, die vereinbarten Termine einzuhalten, wird eine „nachgehende Familienarbeit“ praktiziert. Auch zum Abbau von Schwellenängsten, um gegenseitigen Respekt zu zeigen sowie für eine umfassende Problemanalyse der Familie werden die Gespräche weitestgehend in den Wohnungen geführt. Somit wird „Aufsuchende Familienarbeit“ problem- und zielorientiert eingesetzt. Einzel- oder Familiengespräche finden in der Regel einmal wöchentlich statt.

 

Systemisch
Die Familie wird grundsätzlich als System (Binnenverhältnisse der Familie und gesellschaftliche Bedingungen, die die Familie belasten) begriffen. Der „systemische Arbeitsansatz“ ist von besonderer Bedeutung für die Problemanalyse sowie für die Unterstützung: die Ressourcen der Familien und ihre sozialen Netzwerke werden (re)aktiviert und passgenaue Lösungen werden erarbeitet.

 

Netzwerkorientiert
Intensive Kontakte mit den Schulen, KITAS und anderen Einrichtungen müssen seitens des Familienlotsen gepflegt werden. Denn ein vollständiger Überblick über das soziale Verhalten der Kinder und ihre schulischen Leistungen versetzt den Familienlotsen in die Lage mit den Akteur_innen vor Ort (Lehrer_innen, Erzieher_innen und Eltern) ein „Netzwerk“ aufzubauen, das das Familiennetzwerk unterstützen soll.

 

Interkulturell
Der „interkulturelle Arbeitsansatz“ muss bei Familien mit Migrationshintergrund besonders im Vordergrund stehen, um auf spezielle Problemlagen eingehen zu können.

 

Ein Beispiel aus der Familienunterstützung
Seit einigen Wochen zeigt P. in der Schule einen auffälligen Leistungsabfall, fällt durch provokantes Verhalten auf und isoliert sich dadurch zunehmend in der Klassengemeinschaft. Nach einem Gespräch mit den Eltern wendet sich die Lehrerin an den Familienlotsen und schildert die Situation. Bei einem ersten gemeinsamen Termin, zu dem sich der Familienlotse, die Lehrerin und die Familie in der Schule treffen, beschreiben die Beteiligten die Problemlage aus ihrer Sicht.

Der Familienlotse stellt sein Angebot vor.

Die Familie entscheidet daraufhin, Unterstützung durch MUT anzunehmen, ein erster Gesprächstermin wird vereinbart.

Das Sozialraumteam wird bei der nächsten Sitzung informiert, die Problemlage im Rahmen der Fallbesprechung diskutiert und die konkrete Unterstützung beschlossen.

Neben der Hilfe im Rahmen der Familienunterstützung zeigt sich z.B., dass P. in ein soziales Gruppenangebot eingebunden werden kann. Bis zum Abschluss der Unterstützung wird das Sozialraumteam kontinuierlich informiert.

 

 

 

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