- Gemeinsam mehr erreichen - MUT-Mümmelmannsberg – ein sozialraumorientiertes Netzwerk
 - Gemeinsam mehr erreichen -MUT-Mümmelmannsberg – ein sozialraumorientiertes Netzwerk  

Das Mut-Konzept

MUT-Mümmelmannsberg bietet seit 2003 Unterstützung und Hilfen für Kinder, Jugendliche und Familien

in Mümmelmannsberg an.

Im Rahmen der sozialräumlichen Angebotsentwicklung (SAE), sowie seit 2012 der Sozialräumlichen Hilfen und Angebote (SHA), entwickeln Träger der Jugendhilfe gemeinsam mit dem Jugendamt und dem Regionalen Bildungs- und Beratungszentrum Billstedt (ReBBZ) Angebote, die sich an den Bedürfnissen der Familien und des Sozialraums orientieren.

Gemeinsames Ziel ist es, förderliche Entwicklungsbedingungen für die Kinder und Jugendlichen in Mümmelmannsberg zu schaffen. Das Kindeswohl hat oberste Priorität.

Auf dieser Grundlage hält MUT-Mümmelmannsberg sowohl verbindliche Einzelfallhilfen (Vorfeldhilfen) als auch Gruppenangebote vor.

Unterstützung erhalten nach Bedarf Kinder oder Eltern oder die gesamte Familie. Die Verankerung der einzelnen Einrichtungen im Sozialraum und die Vernetzung im Projekt MUT-Mümmelmannsberg ermöglichen einen niedrigschwelligen und unbürokratischen Zugang von Familien in das Projekt. Durch Kooperation mit Institutionen vor Ort wird die Integration der Kinder und Jugendlichen in die Regeleinrichtungen des Stadtteils – Schule, Kita, Jugendeinrichtungen – gefördert.

 

Im Projekt MUT-Mümmelmannsberg kooperieren:


    •    basis & woge e.V. (geschäftsführender Träger)
    •    Taisi e.V.
    •    Lass´ 1000 Steine Rollen! Mümmelmannsberg
    •    Jugendetage der ev.-luth. Kirche in Steinbek
    •    Haus der Jugend – Mümmelmannsberg
    •    Jugendamt Hamburg Mitte – Region II  /Allgemeiner Sozialer Dienst
    •   
Regionales Bildungs- und Beratungszentrum Billstedt (ReBBZ)

 

Grundlagen des Projekts und der Zusammenarbeit sind:


    •    die Kooperation der Bereiche Offene Kinder- und Jugendarbeit und Hilfen zur Erziehung („Entsäulung“ der Jugendhilfe)
    •    die Vernetzung der Freien und Öffentlichen Träger der Jugendhilfe mit weiteren Einrichtungen und Institutionen des                     Sozialraums: Schulen, Kitas, Beratungsstellen etc.                   
    •    die Entwicklung und Durchführung von Angeboten im Sozialraum
    •    niedrigschwellig und unbürokratisch
    •    lebenswelt- und adressatenorientiert
    •    ressourcenorientiert

 

Der Sozialraum Mümmelmannsberg

Mümmelmannsberg ist ein Stadtteil im Hamburger Osten, dessen Bevölkerung durch einen hohen Anteil an benachteiligten Familien, Kindern und Jugendlichen geprägt ist.

Die Zahl der Menschen, die auf staatliche Transfer-Leistungen angewiesen sind, liegt weit über dem Hamburger Durchschnitt. Ein großer Teil der Bevölkerung hat eigene Migrationserfahrungen oder lebt in einer Familie, die nach Deutschland zugewandert ist. Armut und eine hohe Belastung der Familien als Folge gesellschaftlicher Veränderungen führen dazu, dass viele Eltern ihren Erziehungsauftrag nicht mehr adäquat erfüllen können.

Die Situation vieler Kinder und Eltern ist geprägt durch vielfältige Benachteiligungen und instabile und entwicklungshemmende Familienverhältnisse, die die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder und Jugendlichen behindern.

Die Entwicklung eines positiven Selbstbilds, wie auch die Aneignung reflexiver und sozialer Kompetenzen, ist im sozialen Umfeld häufig nicht mehr gewährleistet.

Die Lehrkräfte an den Schulen und die Fachkräfte in den Einrichtungen der Jugendhilfe in Mümmelmannsberg sind in zunehmendem Maße damit konfrontiert, dass Schülerinnen und Schüler im Klassenverband nur unzureichend gefördert werden können bzw. Verhaltensdefizite aufweisen, die im Regelunterricht nicht zu bearbeiten sind.

Neben den Lerndefiziten zeigt sich vor allem auch im Bereich sozialen Lernens ein zunehmender Unterstützungsbedarf der Kinder.

 

Zielgruppe und Ziele
Zielgruppe des Projekts sind Kinder und Jugendliche zwischen 0 und 18 Jahren und deren Eltern im Stadtteil Mümmelmannsberg. Bei Bedarf können in Einzelfällen auch ältere Jugendliche bzw. deren Eltern die Angebote des Netzwerks nutzen.

MUT- Frühe Hilfen richtet sich an Schwangere, werdende Väter und Eltern mit Kindern bis 18 Monate.

Durch die Angebote von MUT werden Kinder und ihre Eltern im Vorfeld von Hilfen zur Erziehung unterstützt.

Eltern werden in ihren Erziehungskompetenzen gestärkt, bei Überforderung in der Bewältigung von Alltagsaufgaben und in Krisensituationen unterstützt und entlastet und so die Familiensituation stabilisiert. Sie werden in die Lage versetzt, gemeinsam an der Integration ihrer Kinder in die Schule und das weitere Lebensumfeld zu arbeiten.

Die Elternmitarbeit wird gefördert, die eigenen Kompetenzen und Ressourcen werden sichtbar gemacht und mobilisiert.

Kinder/Jugendliche werden in ihren sozialen Kompetenzen gestärkt und erlernen einen gewaltfreien Umgang mit Konflikten. Dies führt zu einer Stärkung des Selbstbewusstseins und einer höheren Akzeptanz im Klassenverband in der Schule wie auch im Alltag.

 

Zugang in die Angebote
Der Zugang in alle Angebote des Projekts erfolgt über die Kooperationspartner. Der ASD hat eine Belegungsoption von 50% für die Familienunterstützung. Andere Institutionen, Einzelpersonen, Initiativen oder natürlich Eltern können sich direkt an die Ansprechpartner_innen wenden. Die wöchentlich stattfindenden offenen Beratungstermine ermöglichen den Zugang in das Projekt ohne das Zwischenschalten einer Institution.

 

Das Sozialraumteam MUT-Mümmelmannsberg
Das Sozialraumteam bildet das zentrale Gremium des Netzwerks MUT-Mümmelmannsberg.

Alle Kooperationspartner_innen sind durch verbindlich benannte Delegiert_innen vertreten. Die Kooperation der Netzwerkpartner_innen ist in der Geschäftsordnung geregelt. Das Sozialraumteam verfolgt die Entwicklung in den Angeboten regelmäßig und nutzt seine Steuerungsmöglichkeiten zur Qualitätsentwicklung.

 

Das Sozialraumteam tagt einmal monatlich:

Kinder/Jugendliche und Familien, die Unterstützungsbedarf haben, werden vorgestellt. Die Fachkräfte treffen eine                    gemeinsame Entscheidung über die Art und den Umfang der Unterstützung.           
Der Unterstützungsverlauf der im Netzwerk aktuell betreuten Kinder /Familien wird in regelmäßigen Fallbesprechungen              begleitet.
Neben der Gestaltung der konkreten Hilfen steuert das Sozialraumteam die Angebotsstruktur des Projekts.

Das Profil der einzelnen Angebote wird regelmäßig überprüft, bei Bedarf umgesteuert oder neue Angebote im Rahmen der Ressourcen des Projekts entwickelt bzw. wenn möglich durch zusätzliche Kooperationen abgedeckt.

Durch die Vielfalt der Angebote im Netzwerk und die verlässliche Zusammenarbeit der Kolleg_innen aus den unterschiedlichen Fachbereichen gelingt es, die Kinder und Familien zeitnah und bedarfsorientiert zu unterstützen.

Die Verankerung der verschiedenen Kooperationspartner_innen im Sozialraum und die Präsenz am Lebensort der Zielgruppe ermöglichen einen einfachen Zugang in das Projekt und die Einbindung der Kinder/Jugendlichen und Familien

in vorhandene Angebote.

 

Netzwerkarbeit
Von großer Bedeutung ist die über die enge Kooperation der Netzwerkpartner_innen hinausgehende Zusammenarbeit mit Einrichtungen, Institutionen und Initiativen. Diese gewährleistet im Einzelfall eine enge, produktive und erfolgreiche Zusammenarbeit zum Wohle der Familien.

Die Netzwerkarbeit im Stadtteil ermöglicht allen Initiativen, Institutionen und Einrichtungen – Schulen, Kitas,

Eltern-Kind-Zentrum, Elternschule etc. – den Zugang zum Sozialraumteam und den Kooperationspartner_innen.

Durch dieses Netzwerk wird ein schneller Informationsaustausch erreicht, geeignete Maßnahmen für die Kinder können zeitnah konzipiert und angeboten und damit die Familien zügig entlastet werden.

 

Die Angebote im Netzwerk MUT-Mümmelmannsberg
Die Angebote von MUT-Mümmelmannsberg lassen sich 4 Schwerpunkten zuordnen:

 

- Familienunterstützung

- Soziales Kompetenztraining

- Soziale Gruppenangebote

- Schulintegration

 

Durch die Erweiterung der Familienunterstützung um das Angebot MUT - Frühe Hilfen kann die Unterstützung der Familien bereits frühzeitig einsetzen. Neben dem Sozialen Kompetenztraining werden soziale Gruppenangebote entwickelt und vorgehalten, die jeweils an die Bedürfnisse und Erfordernisse der Zielgruppe angepasst werden.

In Kooperation mit der Integrativen Ganztagsgrundschule Mümmelmannsberg werden Kinder in einer verbindlichen Lerngruppe intensiv gefördert. Über die spezifische Ausrichtung der Projekte hinaus spielt hier vor allem die Vernetzung im Sozialraum sowie die Vielfalt der möglichen Angebote eine Rolle. Diese Bausteine fördern die Durchlässigkeit der Systeme Jugendhilfe und Schule sowie die Inanspruchnahme bereits im Sozialraum vorhandener und verankerter Angebote.

Präventive Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sollen einem weiteren Bedarf an Hilfen zur Erziehung entgegenwirken.

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Familienunterstützung

Im Rahmen der Familienunterstützung steht Eltern und ihren Kindern zwischen 0 – 18 Jahren ein differenziertes Hilfsangebot im Vorfeld von Hilfen zur Erziehung zur Verfügung. Ziele der Familienunterstützung sind die Stärkung der Erziehungskompetenzen der Eltern und die Sicherung des Kindeswohls.
MUT bietet entsprechend dem Unterstützungsbedarf:


    •    Offene Beratung
    •    Sozialberatung
    •    Diagnostik
    •    Krisenintervention
    •    Psycho-Soziale Begleitung

 

Die Offene Beratung kann unverbindlich in Anspruch genommen werden, alle weiteren Angebote benötigen die Vereinbarung verbindlicher Termine. Bestandteil der Angebote ist die kontinuierliche Netzwerkarbeit des Familienlotsen mit den Einrichtungen in Mümmelmannsberg, um langfristig das Wohl der Kinder zu schützen.

 

Offene Beratung
In den Räumen von MUT-Mümmelmannsberg wird ein wöchentlicher offener Beratungstermin angeboten (mittwochs zwischen 15.00 – 17:00 Uhr).

Eltern erhalten Beratung in Erziehungsfragen und werden in allen weiteren Themenbereichen an adäquate

Einrichtungen/Institutionen verwiesen.

 

Sozialberatung
Eltern erhalten eine kontinuierliche Unterstützung zur Regelung von Behördenangelegenheiten. Des Weiteren werden sie an geeignete Einrichtungen/Institutionen verwiesen.

 

Diagnostik
Im Rahmen einer Diagnostik werden die Problemlagen/Bedarfe der Eltern und ihrer Kinder ermittelt. Die Ergebnisse werden mit den Eltern, den Kolleg_innen der meldenden Einrichtungen/Institutionen besprochen und dem Sozialraumteam vorgestellt.

Der Familienlotse formuliert Handlungsempfehlungen, die die Sicherung des Kindeswohls gewährleisten. Die Dauer einer Diagnostik beläuft sich auf bis zu 2 Monate.

 

Krisenintervention
Im Zentrum der Tätigkeit des Familienlotsen steht die Stärkung der Erziehungskompetenzen der Eltern.

Die Mobilisierung ihrer sozialen Kompetenzen soll die Eltern wieder in die Lage versetzen, ihre Angelegenheiten eigenverantwortlich bewältigen zu können.

Die (Re-) Aktivierung der Empathiefähigkeit der Eltern, die Grundlage sich in die Situation der Kinder versetzen zu können,

und die Vermittlung von Erziehungstipps befähigt die Eltern dazu, ihre Kinder gewaltfrei zu erziehen, und individuell zu fördern. Die Absicherung der schulischen Laufbahnen ihrer Kinder geht hiermit einher.

Die Kinder erhalten ebenso eine individuelle Unterstützung.

Durch den Kontakt mit dem Familienlotsen haben sie die Möglichkeit, ihre Bedürfnisse oder Ängste zu formulieren. Entsprechend ihrer Bedarfe werden sie unterstützt, z.B. in der Freizeitgestaltung, Integration in Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit etc.. Im Rahmen von Familiengesprächen werden die familiären Regeln, Aufgaben, Verpflichtungen besprochen und – entsprechend dem Alter – den Fähigkeiten der Kinder angepasst.

Die Förderung ihrer (Selbst-) Empathiefähigkeit und der sozialen Kompetenzen stabilisiert ihr Selbstbewusstsein, und versetzt sie in die Lage, Konflikte zu bewältigen und ihre Aufgaben selbstständiger zu erledigen.

Eltern und Kinder werden bei Bedarf an spezialisierte Einrichtungen oder Beratungsstellen verwiesen. Eine Krisenintervention beläuft sich durchschnittlich auf 6 Monate. Weiterführende Maßnahmen werden angedacht, wenn die gesetzten Ziele aufgrund der vorliegenden Problemfelder der Familie in dem gesetzten zeitlichen Rahmen nicht erreicht werden können.

Hier steht der Schutz des Wohls des Kindes im Vordergrund.

 

Psycho-Soziale Begleitung (PSB)
Die Ziele entsprechen den Zielen/Aufgaben der Unterstützung im Rahmen der Krisenintervention.

Die „PSB“ entstand aus der Erfahrung, dass in vielen Familien eine Veränderung der Verhaltensweisen der Eltern und Kinder aufgrund von psychischen Belastungen bis hin zu einer Traumatisierung innerhalb einer Krisenintervention nicht erreicht

werden konnte.

Zudem war festzustellen, dass die Eltern beim Erreichen von gesetzten Zielen nicht mitwirken konnten, bzw. es sich nicht zutrauten, eine weiterführende Maßnahme zu beantragen.

Somit fiel dieser Personenkreis oftmals aus dem Hilfesystem heraus.

Für die Kinder bedeutete dieses, dass sie jahrelang keine adäquaten Bedingungen für eine positive Entwicklung/Versorgung hatten, sondern in chaotischen Alltagsstrukturen mit den psychischen Erkrankungen ihrer Eltern konfrontiert wurden, und sich überfordert fühlten. Hier soll die „PSB“ konkret an setzen. Die Dauer einer Unterstützung im Rahmen einer Psycho-Sozialen Begleitung kann gegenüber einer Krisenintervention abweichen, da die Familien im Einzelfall eine längerfristige Unterstützung erhalten können.

 

Methode
Die Unterstützung und Betreuung der Eltern und ihrer Kinder erfolgt entsprechend dem Bedarf nach folgenden

Prinzipien /Arbeitsansätzen:

 

Transparent und verbindlich
Die Zusammenarbeit des Familienlotsen mit den Eltern wird transparent und verbindlich gestaltet. D.h. mit den Familien und der meldenden Stelle (ASD, Einrichtungen) werden gemeinsam Ziele festgelegt. Diese werden operationalisiert und den Eltern und/oder dem Familienlotsen konkrete Aufgaben und Arbeitsschritte verbindlich übertragen. Die Ergebnisse werden in den folgenden Gesprächen kontinuierlich reflektiert.

Akzeptierend und klientenzentriert
Die Eltern werden als handelnde Subjekte verstanden, die im Grunde ihre Problemfelder und deren Lösungen kennen. Deshalb korrespondieren hier der „akzeptierende Arbeitsansatz“ mit einer in Anlehnung an Rogers entwickelten „klientenzentrierten Gesprächsführung“.

Nachgehend und aufsuchend
Bei Familien, die Schwierigkeiten haben, die vereinbarten Termine einzuhalten, wird eine „nachgehende Familienarbeit“ praktiziert. Auch zum Abbau von Schwellenängsten, um gegenseitigen Respekt zu zeigen sowie für eine umfassende Problemanalyse der Familie werden die Gespräche weitestgehend in den Wohnungen geführt. Somit wird „Aufsuchende Familienarbeit“ problem- und zielorientiert eingesetzt. Einzel- oder Familiengespräche finden in der Regel einmal wöchentlich statt.

 

Systemisch
Die Familie wird grundsätzlich als System (Binnenverhältnisse der Familie und gesellschaftliche Bedingungen, die die Familie belasten) begriffen. Der „systemische Arbeitsansatz“ ist von besonderer Bedeutung für die Problemanalyse sowie für die Unterstützung: die Ressourcen der Familien und ihre sozialen Netzwerke werden (re)aktiviert und passgenaue Lösungen werden erarbeitet.

 

Netzwerkorientiert
Intensive Kontakte mit den Schulen, KITAS und anderen Einrichtungen müssen seitens des Familienlotsen gepflegt werden. Denn ein vollständiger Überblick über das soziale Verhalten der Kinder und ihre schulischen Leistungen versetzt den Familienlotsen in die Lage mit den Akteur_innen vor Ort (Lehrer_innen, Erzieher_innen und Eltern) ein „Netzwerk“ aufzubauen, das das Familiennetzwerk unterstützen soll.

 

Interkulturell
Der „interkulturelle Arbeitsansatz“ muss bei Familien mit Migrationshintergrund besonders im Vordergrund stehen, um auf spezielle Problemlagen eingehen zu können.

 

Ein Beispiel aus der Familienunterstützung
Seit einigen Wochen zeigt P. in der Schule einen auffälligen Leistungsabfall, fällt durch provokantes Verhalten auf und isoliert sich dadurch zunehmend in der Klassengemeinschaft. Nach einem Gespräch mit den Eltern wendet sich die Lehrerin an den Familienlotsen und schildert die Situation. Bei einem ersten gemeinsamen Termin, zu dem sich der Familienlotse, die Lehrerin und die Familie in der Schule treffen, beschreiben die Beteiligten die Problemlage aus ihrer Sicht.

Der Familienlotse stellt sein Angebot vor.

Die Familie entscheidet daraufhin, Unterstützung durch MUT anzunehmen, ein erster Gesprächstermin wird vereinbart.

Das Sozialraumteam wird bei der nächsten Sitzung informiert, die Problemlage im Rahmen der Fallbesprechung diskutiert und die konkrete Unterstützung beschlossen.

Neben der Hilfe im Rahmen der Familienunterstützung zeigt sich z.B., dass P. in ein soziales Gruppenangebot eingebunden werden kann. Bis zum Abschluss der Unterstützung wird das Sozialraumteam kontinuierlich informiert.

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Frühe Hilfen

MUT - Frühe Hilfen Mümmelmannsberg bietet seit September 2012 ein umfassendes und differenziertes Hilfsangebot für werdende Eltern und Familien mit Kindern bis 18 Monaten im Stadtteil an. Die Unterstützung findet in Form von Einzelberatung, aufsuchender und nachgehender Arbeit sowie Gruppenangeboten statt und wird durch ein Team aus Familienhebamme und Sozialpädagogin geleistet. Intensive Netzwerkarbeit und Kooperationen mit Einrichtungen im Stadtteil ermöglichen ein bedarfsorientiertes Hilfsangebot. Den Frühen Hilfen liegt der ganzheitliche Begriff von Gesundheit zugrunde, der körperliche, seelische und soziale Aspekte miteinschließt. Es ist ein an den Ressourcen der Eltern orientiertes Hilfsangebot, die Selbsthilfepotenziale werden mobilisiert, so dass grundsätzliche Fähigkeiten zur Problembewältigung erworben werden.

 

Zielgruppe
Die Hilfe richtet sich an alle (werdenden) Eltern mit Kindern bis 1,5 Jahren, umfasst aber vor allem passgenaue Hilfen für Familien mit besonderen Belastungen.

 

Ziele
Durch die frühzeitige und vielfältige Unterstützung soll das gesunde Aufwachsen von Kindern ermöglicht werden. Risiken und Gefährdungen sollen rechtzeitig erkannt, Schutzfaktoren gestärkt und Fördermaßnahmen eingeleitet werden.

Im Einzelnen sind zu nennen:

 

    •    Sicherstellung des Kindeswohls
    •    Förderung der seelischen und körperlichen Entwicklung des Kindes
    •    Förderung der Eltern-Kind-Interaktion und – Bindung
    •    Stärkung der Elternkompetenzen
    •    Förderung der Alltagskompetenz und Handlungssicherheit der Eltern
    •    Vermittlung an spezifische Hilfsangebote
    •    Integration in das soziale Netzwerk/die Regelangebote

 

Angebote
MUT Frühe Hilfen hält intensive Einzelbegleitung sowie offene Beratung und verschiedene Gruppenangebote vor.

 

Einzelbegleitung (verbindliche Hilfen)
In Form von aufsuchender und nachgehender Beratung und Begleitung werden die Eltern befähigt, selbst ausreichend für sich und ihre Kinder sorgen zu können.

Alltagspraktische Hilfen gehen dabei einher mit umfassender Unterstützung in Themen der Gesundheitsfürsorge sowie psychosozialer Beratung.

Diese intensive Betreuung kann bereits in der Schwangerschaft beginnen und erfolgt bei Bedarf im Tandem mit Familienhebamme und Sozialpädagogin. Regelmäßige Termine schaffen den Rahmen für eine vertrauensvolle und nachhaltige Unterstützung.

Gemeinsam mit den Eltern und gegebenenfalls mit den meldenden Stellen, wird zu Beginn der Hilfe der Unterstützungsbedarf geklärt. Ausgehend von diesem Bedarf wird ein Hilfesetting bereitgestellt. Zeitlicher Umfang, die Dauer der Hilfe, Methoden und externe Kooperationen werden individuell vereinbart und können im Verlauf der Hilfe variabel angepasst werden.

 

Offene Beratung
In der offenen Beratung besteht die Möglichkeit, sich anonym und vertraulich beraten zu lassen. Sie findet in Form der Familienhebammen-Sprechstunde und Sprechstunde der Sozialpädagogin statt.

Neben der ganzheitlichen Gesundheitsfürsorge bezieht sich die Beratung auf sozialrechtliche Aspekte, die Vermittlung finanzieller Hilfen und psychosoziale Unterstützung. Belastungen und Bedarfe werden erkannt und entsprechende Unterstützung kann geleistet bzw. vermittelt werden.

 

Gruppenangebote
Im Rahmen eines wöchentlich stattfindenden Familiencafés im EKiZ haben Eltern die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen, gemeinsam mit ihren Kindern zu singen und zu spielen, sich über Angebote zu informieren und sich zu Themen der Gesundheitsvorsorge und allen relevanten Themen rund um Schwangerschaft, Geburt und Leben mit Säugling beraten zu lassen.

Der Babymassagekurs ermöglicht neben der eigentlichen Massageanleitung und Förderung der Mutter-Kind-Bindung auch Beratung bezüglich Pflege, Ernährung, Schlafverhalten und Handling.

 

Methode
Um für möglichst viele Familien zugänglich zu sein, orientiert sich MUT Frühe Hilfen an den Lebenswelten der Familien im Stadtteil, die Angebote sind niedrigschwellig und offen gestaltet.

Intensive Vernetzung und Kooperationen im Sozialraum ermöglichen, fließende Übergänge zu gestalten und zielgerichtet zu vermitteln. Die Arbeitsweise der Frühen Hilfen basiert auf dem systemischen Ansatz. Die in den Familien vorhandenen Fähigkeiten und Ressourcen werden für die Zusammenarbeit genutzt, persönliche Kompetenzen gesteigert.

Im wertschätzenden Miteinander gelingt es, die Familien zu motivieren, Lösungen zu suchen und ihr Leben eigenverantwortlich zu gestalten. Individuell, bedarfsorientiert und mit Fokus auf das Kindeswohl werden die Eltern begleitet.
Das multiprofessionelle Team aus Familienhebamme und Sozialpädagogin ermöglicht eine gezielte, ganzheitliche und fachlich kompetente Unterstützung der Familien und wird den besonderen Bedarfen während Schwangerschaft, nachgeburtlicher Phase und Säuglingsalter gerecht. Ein kultursensibles Vorgehen ist in einem multikulturellen Stadtteil wie Mümmelmannsberg gleichermaßen erforderlich wie selbstverständlich.

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Soziales Kompetenztraining (SKT)

Als Soziales Kompetenztraining werden im Rahmen von MUT-Mümmelmannsberg Kampfkunstkurse für Kinder und Jugendliche angeboten. Hier erfahren Kinder die Möglichkeit, ihre Aggressionen in einem festgelegten Rahmen auszuleben, Respekt vor den Anderen zu lernen und Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein zu entwickeln.

Die Kurse finden in den Schulen von Mümmelmannsberg statt. Es findet ein regelmäßiger Austausch mit den Lehrer_innen statt. Außerdem wird für jede Schule ein fester Beratungstermin angeboten. Parallel zum sozialen Kompetenztraining findet eine Elternkooperation statt. Die Elternkooperation soll für den Transfer der bearbeiteten Themen aus den SKT Kursen in das Elternhaus sorgen. Zielgruppe sind Kinder und Jugendliche im Alter von 6-14 Jahren, die Verhaltensauffälligkeiten zeigen, durch aggressive Verhaltensweisen oder durch mangelndes Selbstvertrauen auffallen.

 

Ziele
    •    Regelmäßige Teilnahme
    •    Stärkung der Selbst- und Fremdwahrnehmung
    •    Verbesserung der Körperwahrnehmung
    •    Festigung des Selbstwertgefühls
    •    Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit
    •    Verzicht auf Gewalt bei Konflikten

 

Methode
Bei der Methodenauswahl werden ausgesuchte Kampfkunstdisziplinen wie Judo, Ju-Jutsu, Aikido, Kung Fu und Ringen und Raufen berücksichtigt. Rollenspiele, Akrobatik und Jonglieren werden als weitere Methoden integriert. Kampfkunst ermöglicht das Trainieren von Sozialverhalten in einer Gruppe, das Erlernen eines kontrollierten Umgangs mit eigenen Aggressionen, Normenverdeutlichung, Entwickeln von Selbstwertgefühl und -bewusstsein durch Erkennen der eigenen Möglichkeiten und Fähigkeiten. Zweikampfspiele werden in diesem Kontext als geeignetes Mittel gegen soziale Desintegration betrachtet, das insbesondere zur Entwicklung einer gesunden Körperlichkeit sowie zur Reflexion vorherrschender Körperbilder und –ideale mitwirkt. Das Kämpfen ist in diesem Sinne eine emotionale Nähe-Erfahrung. Es ermöglicht den betroffenen Kindern die Wahrnehmung der eigenen körperlichen Kraft und Entwicklung einer Empathie für ihre Partner_innen.

Im Kampfkunstunterricht geht es vor allem um das Lernen sozialverträglicher Umgangsformen und die Entwicklung einer Streitkultur in der Peer Group. Die Kinder eignen sich soziale Kompetenzen an.

Die Fähigkeit „Nein“ zu sagen, Bitten, Wünsche und Forderungen zu äußern, positive und negative Gefühle zu benennen und verbal und nonverbal mit der Umwelt in Kontakt zu treten, werden gelernt. Dies geschieht anhand positiver Leitbilder. Die eigenen Fähigkeiten können hier in einem klar abgesteckten und geregelten Rahmen gezeigt werden, ohne dass anderen Verletzungen zugefügt werden. Die Mitarbeiter sind DSB-lizenzierte Trainer bzw. Trainerinnen aus verschiedenen Budosportarten. Einige von ihnen sind mehrsprachig und haben einen eigenen Migrationshintergrund.

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Soziale Gruppe /Schularbeitengruppe

Im Mädchentreff „Lass 1000 Steine Rollen!“ und in der Jugendetage werden im Rahmen des MUT Projektes zwei Gruppen angeboten. Die Gruppe im Mädchentreff wird als spezielles Angebot für Mädchen vorgehalten. Die Gruppe in der Jugendetage ist geschlechtsgemischt. Die Angebote richten sich insbesondere an Kinder/Jugendliche, die durch Auffälligkeiten im sozialen Verhalten und /oder im schulischen Bereich einer kontinuierlichen Unterstützung bedürfen. Die Kinder/Jugendlichen werden nach Absprache im Sozialraumteam in die Gruppen aufgenommen.

Zielgruppe Mädchentreff „Lass 1000 Steine Rollen!“
4 Mädchen ab 8 Jahren

Zielgruppe Jugendetage
10 Kinder /Jugendliche ab 11 Jahren

 

Ziele
    •    verbindliche Teilnahme
    •    Unterstützung bei Problemen im „Spannungsfeld Schule“ und im „Spannungsfeld Familie“
    •    Stärkung sozialer Kompetenz
    •    Förderung des selbstständigen und selbstverantwortlichen Arbeitens
    •    Gewaltprävention (verbales und körperliches gewaltfreies Umgehen miteinander)
    •    Stärkung des Selbstbewusstseins

 

Methode

 

Ankunft
Nach der Schule kommen die Kinder/Jugendlichen direkt in die Einrichtungen. Die Gruppe bietet einen sozialen Raum, in dem sie sich angenommen und wohl fühlen. Sie werden begrüßt und haben die Möglichkeit, von aktuellen Geschehnissen oder Vorfällen zu berichten. Im Bedarfsfall kann hier auf die schulische und die häusliche Situation eingegangen werden.

Gemeinsames Essen
Die Gruppe isst gemeinsam. In dieser Situation wird insbesondere darauf geachtet, dass die Kinder/Jugendlichen das Mittagessen miteinander teilen, aufeinander achten. Dies beginnt beim Decken des Tisches und dem Verteilen des Essens und der Getränke. Es soll eine ruhige und ungezwungene Atmosphäre hergestellt werden, in der die Gruppe miteinander Gespräche führen kann. Streitigkeiten, Hänseleien und Auseinandersetzungen, die in dieser Situation entstehen, werden thematisiert und es wird gemeinsam nach Lösungen gesucht.

 

Arbeitsphase
In der Arbeitsphase werden anstehende Schularbeiten erledigt oder die Kinder /Jugendlichen bekommen Aufgaben in den Bereichen, in denen sie besondere Förderung brauchen. Die Kinder /Jugendlichen sollen sich gegenseitig unterstützen, indem sie Stärken, die sie in einzelnen Fächern haben, nutzen, um anderen zu helfen. Hierdurch können sie ihr Selbstbewusstsein stärken und erwerben soziale Kompetenzen. Ihr Einfühlungsvermögen, ihre Selbstreflexion und ihre Teamfähigkeit werden gefördert und gestärkt.

Übergang in den offenen Bereich
Die Honorarkolleg_innen begleiten die Kinder /Jugendlichen nach der Arbeitsphase in das Regelangebot der Einrichtungen.

 

Vernetzung
Für die Aufarbeitung von Lerndefiziten ist es sinnvoll, einen Kontakt zu den Lehrer_innen herzustellen, um hier mit einem gemeinsamen Konzept zu arbeiten. Zu den Eltern kann Kontakt aufgebaut werden, um häusliche Probleme anzusprechen und auf eine Förderung ihrer Kinder hinzuwirken. Die Elternarbeit kann auch durch den Familienlotsen von MUT oder die Schule wahrgenommen werden, wenn schon ein Elternkontakt besteht.

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Musikgruppe bei „Lass 1000 Steine rollen!“

Dieses Angebot ist an Interesse und Lebenswelt der Zielgruppe angepasst. Beim Hip Hop besteht keine Notwendigkeit des Lernens von Noten, Tonleitern oder der Stimmbildung. Wichtig ist es, ein Rhythmusgefühl zu erlangen und Texte zu schreiben oder zu improvisieren. Die Kinder /Jugendlichen werden nach Absprache im Sozialraumteam in die Gruppe aufgenommen.

 

Zielgruppe
6 Kinder /Jugendliche bis 16 Jahre

 

Ziele
    •    verbindliche Teilnahme
    •    Förderung der Ausdrucksmöglichkeiten
    •    Selbstreflexion und Reflexion des sozialen Umfeldes
    •    Stärkung sozialer Kompetenzen
    •    Gewaltprävention
    •    Suchtprävention

 

Methode
Eigene Texte schulen die Kreativität, die eigenen Ausdrucksmöglichkeiten werden verbessert, neue Wege der Selbstfindung werden erlernt, die damit die Benennung und das Erkennen eigener Probleme ermöglichen. Beim Hip Hop werden Texte oft improvisiert (Free Style). Dieses gibt den Jugendlichen die Möglichkeit, sich mit Themen, die sie aktuell beschäftigen, auseinander zu setzen und diese zu benennen. Durch die Bearbeitung bestehender Texte wird der Sinn erfasst und kritisch betrachtet. Beim Hip Hop wird oftmals schlechten Vorbildern, die in ihren Texten frauenfeindlich und gewaltverherrlichend sind, sprachlich und körperlich nachgeeifert. Diese Vorbildfunktionen zu hinterfragen und nach neuen Vorbildern zu suchen ist eine wesentliche Aufgabe dieses Angebotes. Gewaltfreier Umgang mit Konflikten innerhalb gemeinsamer Probenarbeit /Musizieren erfordert Kompromissbereitschaft, respektvollen Umgang und ein aufeinander eingehen. Durch das gemeinsame Proben /Musizieren wird ein Zusammengehörigkeitsgefühl zwischen den Musiker_innen geschaffen. Beim gemeinsamen Proben /Musizieren kommt es darauf an, sich bewusst einzubringen, was heißen soll, dass man ein Teil der Gemeinschaft ist. Man muss dabei auch den Anderen Raum geben, sich zu entfalten. Verantwortungsbewusstsein und Zuverlässigkeit den Mitmusiker_innen gegenüber und die Erprobung individueller Fähigkeiten und Grenzen sind beim gemeinsamen Musizieren unabdingbar.

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Lern-Oase

Integrierte und individualisierte Lerngruppe an der Integrativen Ganztagsgrundschule Mümmelmannsberg


Seit Februar 2013 kooperieren basis & woge e.V., die Grundschule Mümmelmannsberg und das ReBBZ im Projekt Lern-Oase. Der Schwerpunkt der Lern-Oase liegt auf einem täglichen Gruppenangebot mit individueller Förderung der Teilnehmer_innen. Weitere Bestandteile des Angebots bilden intensive Elternkontakte (Familienunterstützung) und eine ausdifferenzierte Netzwerkarbeit.

 

Das Projekt wird von einer Sozialpädagogin (basis & woge e.V.) und einem Sonderpädagogen (Grundschule Mümmelmannsberg) durchgeführt.

 

Zielgruppe
6 Schüler_innen der Integrativen Ganztagsgrundschule Mümmelmannsberg und ihre Erziehungsberechtigten.

 

Ziele
    •    Reintegration in das Schulsystem
    •    Schulförderung
    •    Stärkung der Erziehungskompetenzen
    •    Anbindung der Familien an externe Hilfsangebote und die sozialräumlichen Netzwerke
    •    Hilfe bei einer kindspezifischen Strukturierung des Familienalltages

 

Methode
    •    Gruppenangebot
    •    Täglich zwei Unterrichtsstunden parallel zum Unterricht (restlicher Unterricht im Klassenverband)
    •    Begleitung in der Regelklasse
    •    Nachmittagsangebote (auch außerhalb des Schulgeländes)
    •    Individuelle Förderung

 

Gruppenangebot
Die Schwerpunkte der Lern-Oase liegen im Bereich der emotionalen und sozialen Entwicklung auf der Grundlage des ETEP-Konzepts (Entwicklungstherapie /Entwicklungspädagogik).
Die teilnehmenden Schüler_innen sollen in die Lage versetzt werden:


    •    auf die Umwelt mit Erfolg zu reagieren
    •    erfolgreich an Gruppen teilzunehmen
    •    sich in Gruppenprozesse einzubringen.
       
In der Lern-Oase geht es um die Schaffung von Grundlagen für das Lernen: um die Vermittlung und Stärkung grundlegender Sozialkompetenzen, um handlungsorientiertes Erlernen der Gruppenfähigkeit, um Lernstrategien und Zielorientierung, um Spaß und Motivation, um Vertrauen in eigenes Können. Diese können in einem geschützten Raum, mit einer festen Gruppe erprobt werden.

 

Individuelle Förderung
Zum täglichen Gruppenangebot gehört die flexible, individuelle Förderung der sechs Teilnehmer_innen. Die intensive Einzelarbeit findet in den Unterrichtspausen, in der Mittagspause, im Nachmittagsbereich oder auch durch Begleitung in den Klassenunterricht statt.


Inhaltlich stehen folgende Ziele im Mittelpunkt:


    •    Schulische Förderung
    •    Steigerung der Konzentrationsfähigkeit und Aufmerksamkeit
    •    Verbesserte Selbst- und Fremdwahrnehmung
    •    Entwicklung kommunikativer Kompetenz
    •    Ausbildung von (verbessertem) Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl
    •    Selbststeuerung im Umgang mit Gefühlen und Impulsen
    •    Aufbau einer Frustrationstoleranz
    •    Erlernen von Konfliktlösungsstrategien
    •    Aufbau von sozialen Kontakten

 

Familienunterstützung
Eltern der beteiligten Schüler_innen begleiten ihre Kinder aktiv in der Lern-Oase. Sie kennen das Projekt und wissen, warum ihr Kind teilnimmt. So werden sie für Bedürfnisse ihrer Kinder sensibilisiert; zugleich soll so die Kommunikation zwischen Schule und Eltern verbessert werden. Dazu gehören auch Hausbesuche, um das Umfeld der Kinder besser kennenzulernen.

Häusliche und andere Probleme können so mit berücksichtigt, Unterstützung bei ihrer Bewältigung kann angeboten werden. Unterstützung findet auch in den Ferien statt. Da die tägliche Lern-Oase in der unterrichtsfreien Zeit entfällt, bieten sich gemeinsame Aktivitäten mit den teilnehmenden Kindern und ihren Familien an. So ist eine weitere Anbindung an Stadtteilaktivitäten und die Angebote vor Ort möglich.

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Qualitätsentwicklung, Bilanz und Ausblick

Standards und Erfolgskontrolle
Die Kooperationspartner_innen haben sich mit dem Sozialraumteam ein Gremium für die verbindliche Zusammenarbeit gegeben. Das regelmäßig tagende Sozialraumteam steuert die Entwicklung und Umsetzung der Angebote im Projekt MUT-Mümmelmannsberg.

Einmal im Jahr wird eine Zukunftswerkstatt durchgeführt, die die Reflektion und Weiterentwicklung der Kooperation und der Angebote zum Ziel hat.

Für die einzelnen Angebote wurden in der Kooperation angemessene Instrumente der Erfolgskontrolle entwickelt: Protokoll- und Besprechungswesen, Dokumentation, Selbstevaluation. Der geschäftsführende Träger basis & woge e.V. nimmt am Berichtswesen des Jugendamtes Hamburg-Mitte und am SHA-Berichtswesen teil. Der Träger erstellt den im Zuwendungsbescheid geforderten Sachbericht sowie den Verwendungsnachweis.

In allen Angeboten von MUT-Mümmelmannsberg wird den fachlichen Standards der Rahmenvereinbarung zum Schutzauftrag der Kinder- und Jugendhilfe gemäß §§ 8a und 72a SGB VIII entsprochen.

 

Bilanz und Ausblick
MUT-Mümmelmannsberg unterstützt seit 2003 mit großem Erfolg Kinder und deren Familien im Sozialraum Mümmelmannsberg. Das SAE-Projekt wurde um die Angebote MUT- Frühe Hilfen (2012) und MUT – Lern-Oase (2013) erweitert. Die hohe Akzeptanz der verschiedenen Angebote bei den Kindern und Familien zeigt, dass es gelingt, die Bedürfnisse und Problemlagen der Adressat_innen zu erkennen und zur Grundlage der Angebotsentwicklung zu machen.

Die verlässliche Kooperation im Sozialraumteam MUT-Mümmelmannsberg und die Vernetzung im Sozialraum ermöglichen eine unbürokratische, niedrigschwellige und lebensweltorientierte Unterstützung der Familien.

Von zentraler Bedeutung für die erfolgreiche Arbeit von MUT-Mümmelmannsberg ist die enge und verlässliche Zusammenarbeit der Kooperationspartner_innen. Über institutionelle und fachspezifische Zuständigkeiten hinweg wurde damit eine neue und belastbare Kooperationskultur für den Sozialraum aufgebaut.

Die differierenden und differenzierten Sichtweisen auf die Problemlagen der Kinder und Eltern, der kollegiale Austausch, schaffen unbürokratische Zugänge und ermöglichen zeitnahe adäquate Hilfen für die Familien. Die konkrete Ausgestaltung der Kooperation und der einzelnen Unterstützungsangebote wird regelmäßig durch das Sozialraumteam überprüft und weiterentwickelt. Die neuen Angebote MUT – Frühe Hilfen und MUT – Lern-Oase wurden erfolgreich in das Netzwerk integriert. Die Themen Gesundheit, Ernährung und Bewegung sowie die Weiterentwicklung der Kooperation mit den Schulen werden weiterhin bearbeitet werden.

MUT-Mümmelmannsberg wird entsprechend die eigene Angebotsstruktur anpassen, weitere Kooperationen eingehen oder die zuständigen Stellen auf Bedarfe aufmerksam machen. Dieser Überblick gibt den Stand Januar 2014 unseres Kooperationsprojekts wieder.

Für die gute Zusammenarbeit bei MUT und die Mitwirkung an diesen Seiten gilt ein herzlicher Dank allen Kooperationspartner_innen.

 








 

 

 

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